Cloud-Telefonanlage: 3CX, Teams Phone oder Cloud PBX?
Wann ich 3CX empfehle, wann Teams Phone, was eine Cloud-Telefonanlage pro Arbeitsplatz kostet und woran Umstellungen scheitern können: Erfahrungen aus rund 20 eingerichteten Telefonanlagen.
3CX ist die Cloud-Telefonanlage, die ich am häufigsten einsetze: günstig, selbst hostbar und auch für Mitarbeitende ohne Technikaffinität leicht zu bedienen. Teams Phone empfehle ich, wenn bewusst keine klassische Telefonanlage gewünscht ist. Rund 20 Telefonanlagen habe ich bisher eingerichtet. Hier steht, wie ich entscheide, was es kostet und worauf es bei der Umstellung ankommt.
3CX, Teams Phone oder Cloud PBX: wer was braucht
Zwei Dinge werden beim Vergleich oft vermischt: die Telefonanlage, die Anrufe verteilt, und der SIP-Trunk, also der Anschluss, über den die Anlage mit dem Telefonnetz verbunden ist und über den Gespräche abgerechnet werden. 3CX und Teams Phone sind Anlagen. peoplefone ist ein SIP-Trunk-Anbieter. Die Telekom Cloud PBX bringt beides aus einer Hand mit.
Für Kunden mit einfachen Anrufabläufen ideal: günstig, auf eigenen Servern betreibbar, was Datenschutzbeauftragte gern sehen, und so intuitiv, dass auch Mitarbeitende ohne Technikaffinität gut damit zurechtkommen. Die größeren Editionen lassen sich stark anpassen und tragen auch komplexe Rufverteilungen. Die KI-Anbindung reicht inzwischen vom Routing bis zu Transkription und Berichten.
Telefonieren direkt im Teams-Client, mit Zentrale, Warteschleife und Voicemail. Eine Telefonanlage im klassischen Sinn ist es nicht. Sobald die Konfiguration komplexer wird, ist Teams Phone aus meiner Erfahrung eingeschränkter und schwerfälliger als 3CX.
Anlage, Anschluss und Rufnummern kommen vom Netzbetreiber. Ich betreue einen Kunden damit. Sie passt aus meiner Sicht, wenn genau das gewünscht ist und die Anforderungen überschaubar bleiben. Bei Anpassungswünschen stößt man hier schneller an Grenzen als bei 3CX.
Keine Anlage, sondern ein SIP-Trunk-Anbieter. Ich kombiniere peoplefone gern mit 3CX, weil der Support schnell reagiert und das Kostenmodell transparent und günstig ist.
Teams Phone ist also kein schlechteres Produkt, sondern ein anderes. Für eine gemeinnützige Organisation mit verteiltem Team habe ich es bewusst gewählt: Gewünscht war eine Zentrale mit Warteschleife ohne Hardware und ohne Bindung an einen Standort, und alle arbeiteten ohnehin in Teams. Wie das aussieht, steht in der Referenz Microsoft 365 und Telefonie in Teams für eine gemeinnützige Organisation.
Was kostet eine Cloud-Telefonanlage?
Der Preis pro Arbeitsplatz schwankt stark, und der wichtigste Faktor ist der Betrieb. Bei 3CX gibt es drei Varianten:
- Selbst gehostet: Die Anlage läuft auf einem eigenen Server. Das ist die günstigste und aus Sicht des Datenschutzes beste Lösung. Dafür liegt die Verantwortung, dass Server und Anlage laufen, bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister.
- Gehostet und betreut: Ein Dienstleister betreibt die Anlage auf seinen Servern und kümmert sich um Updates und Überwachung. Ich betreibe 3CX für meine Kunden auf eigenen Servern.
- Als Dienst (SaaS): 3CX hostet selbst. Laut Preisliste kostet das für bis zu 16 gleichzeitige Gespräche 430 €* im Jahr zusätzlich zur Lizenz.
Die Lizenzen sind öffentlich einsehbar. 3CX rechnet pro Anlage nach der Zahl gleichzeitiger Gespräche ab, nicht pro Person. Die PRO-Edition kostet laut Preisliste für 8 gleichzeitige Gespräche 380 €* und für 16 Gespräche 760 €* im Jahr, netto. Für 30 Mitarbeitende landet eine von mir betreute 3CX mit Server und Lizenz bei rund 3 bis 5 €* pro Kopf und Monat. Dazu kommen die Gesprächskosten des SIP-Trunks, die nach Nutzung abgerechnet werden.
Teams Phone wird dagegen pro Person lizenziert. Microsoft hat den Preis für Teams Phone Standard im April 2025 auf 10 US-Dollar* pro Nutzer und Monat im Jahresvertrag angehoben, in Euro sind das rund 8,70 €*. Voraussetzung ist eine Microsoft-365-Lizenz mit Teams. Für externe Gespräche kommt noch ein Anrufplan von Microsoft oder ein SIP-Trunk dazu, etwa von peoplefone oder der Telekom.
Die Umstellung: Portierung, Faxgerät, Türsprechanlage
Die Rufnummernportierung führt in der Regel der neue Anbieter durch. Ich plane sie, stelle die Unterlagen zusammen und überwache den Termin. Liegen alle Dokumente vollständig vor, ist eine Portierung in wenigen Tagen bis Wochen erledigt. Gesetzlich darf der Dienst beim Anbieterwechsel höchstens einen Arbeitstag unterbrochen sein. Probleme mit dem Portierungstermin hatte ich noch nie, wenn alles gut vorbereitet war.
Schwieriger ist beim Wechsel auf eine Cloud-Telefonanlage alles, was bisher an der alten Anlage hing, ohne dass es jemand als Telefon wahrnimmt. Faxgeräte sind tatsächlich ein Problem, ebenso Türsprechanlagen und Türöffner, die über die Telefonanlage gesteuert wurden. Ich erfasse deshalb vor der Umstellung jedes Gerät, das über die alte Anlage wählt oder angerufen wird, und entscheide für jedes, ob es einen Adapter, einen Ersatz oder einen anderen Weg bekommt. Dazu gehören auch Aufzugsnotrufe und Alarmanlagen, falls vorhanden.
Headset, App oder Tischtelefon
Beides kommt vor, und das ist von Kunde zu Kunde sehr unterschiedlich. Meine Empfehlung: ein Headset mit Geräuschunterdrückung am PC oder Mac und die App auf dem Smartphone für unterwegs. Dann braucht es keine Rufumleitung aufs Handy, denn die eigene Nebenstelle ist immer dabei, mit derselben Rufnummer und denselben Funktionen wie im Büro. Tischtelefone bleiben dort, wo sie im Alltag gebraucht werden.
Warum ich hybrid plane statt rein Cloud oder rein vor Ort
Ich rate grundsätzlich weder zur reinen Cloud noch zur reinen Anlage vor Ort, sondern wo möglich zu einer hybriden Lösung. Arbeiten viele Mitarbeitende von zu Hause, läuft die Anlage in der Cloud, und im Büro steht ein Session Border Controller, ein kleines Gerät, das die Telefone vor Ort mit der Anlage verbindet. Gespräche innerhalb des Büros bleiben dann im lokalen Netz und müssen nicht über die Cloud laufen. Wer remote arbeitet, telefoniert direkt mit der Cloud und nicht über die Leitung des Büros, die vielleicht knapp bemessen oder instabil ist.
Auch bei einem Internetausfall im Büro bleibt eine Cloud-Telefonanlage erreichbar. Die Anlage selbst läuft im Rechenzentrum weiter, die App auf dem Smartphone telefoniert über Mobilfunk, und für Nebenstellen, die gerade nicht erreichbar sind, lege ich Weiterleitungen fest. Damit Telefonie im Büro-Netz sauber läuft, bekommt sie bei mir ein eigenes VLAN. Mehr dazu unter Infrastruktur & Netzwerk.
Häufige Fragen
Ist 3CX oder Teams Phone günstiger?
In der Regel 3CX. Die Lizenz gilt für die ganze Anlage und richtet sich nach der Zahl gleichzeitiger Gespräche, während Teams Phone pro Person lizenziert wird. Bei 30 Mitarbeitenden liegt eine von mir betreute 3CX mit Server und Lizenz bei rund 3 bis 5 €* pro Kopf und Monat, Teams Phone Standard allein bei rund 8,70 €*. Gesprächskosten kommen in beiden Fällen dazu.
Wie lange dauert eine Rufnummernportierung?
Mit vollständigen Unterlagen wenige Tage bis Wochen. Die Portierung selbst führt meist der neue Anbieter durch. Ich plane sie und überwache den Termin, damit am Stichtag Anlage, Rufnummern und Endgeräte bereitstehen.
Bin ich mit einer Cloud-Telefonanlage bei Internetausfall erreichbar?
Ja. Die Anlage läuft im Rechenzentrum weiter, auch wenn die Leitung im Büro ausfällt. Mitarbeitende telefonieren dann über die App auf dem Smartphone, und für nicht erreichbare Nebenstellen greifen vorher festgelegte Weiterleitungen.
* Preise netto, Stand September 2026. Lizenzpreise können sich seitdem geändert haben.
Quellen
- Preise 3CX (Lizenz und Hosting, netto, Stand 25.09.2026): 3CX – Full Pricelist
- KI-Funktionen von 3CX: 3CX – AI Transcription, 3CX – AI Edition
- Session Border Controller, lokale Gespräche im Büro-Netz: 3CX – Installing a 3CX SBC, 3CX – Run 3CX SBC on a Raspberry Pi
- Preis Teams Phone Standard (10 US-Dollar ab 1. April 2025): Microsoft Tech Community – Pricing updates for annual subscriptions & Teams Phone
- Listenpreis Teams Phone Standard in Euro (Händlerangabe, Stand 25.09.2026): m365.de – Microsoft Teams Phone Standard
- Voraussetzungen und Anbindung ans Telefonnetz: Microsoft Learn – Microsoft Teams-Add-On-Lizenzen, Microsoft Learn – PSTN-Konnektivitätsoptionen
- Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme: § 59 Telekommunikationsgesetz
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